echt. Im Glauben wachsen

Auf dem Campus von Jesus reden

Bewerten Sie diesen Artikel
(0 Bewertungen)

Der Artikel von Sabine Kalthoff (SMD) erscheint in der neuen echt.Ausgabe 2.09, die ab Anfang März im Versand sein wird. Zusatzmaterial und mehr zum Thema gibt es im echt-pool, der mit dem Passwort aus der jeweils aktuellen echt.zeitschrift zu einigen hundert Artikeln freien Eintritt verschafft (www.echt-pool.de)

Toleranz. Individuelle Freiheit. Vielfalt.
Diese Werte werden an den Hochschulen groß geschrieben, besonders wenn es um Weltanschauungsfragen geht. Jede absolute Aussage ist suspekt.
Leistungsdruck. Hohe Anforderungen. Zeitmangel.
So erleben viele Studierende ihren Alltag. Die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse verunsichert und verstärkt den schon existierenden Druck.
Vorurteile. Halbwissen. Gleichgültigkeit.
Das verbinden viele mit dem christlichen Glauben. Sie erhoffen sich nichts davon, denn sie haben ihn für sich schon abgehakt.
Wie sieht Mission in diesem Kontext aus?
Wie kann Jesus an der Uni sichtbar werden?
Der Schlüssel dazu sind Studierende, die selber in diesem Kontext leben und Christen sind. Denn sie bringen Jesus mit an die Hochschule. Und sie können andere Studierende erreichen wie keine Einzelperson oder Gemeinde es von außen kann.
Das Leben und so das Evangelium teilen
Im studentischen Kontext ist es möglich, das Leben in einem Maße zu teilen, wie es unter Nachbarn oder im Berufsleben seltenst der Fall ist. Vorlesungen, Arbeitsgruppen, Mensaessen, WG’s und Wohnheime, Kneipenbesuche und vieles mehr gehören zum Unialltag. Natürlich gibt es auch Studierende, die ihr Studium auf die Lehrveranstaltungen beschränken, aber wer will, findet viele Berührungsflächen mit Kommilitonen.
Zeit ist vielleicht das wertvollste Geschenk, das man anderen Studierenden geben kann: ihnen zuhören, Beziehung aufbauen, Hilfe anbieten. Gelebte Liebe ist gelebtes Evangelium. Und das eigene Leben mit anderen zu teilen bedeutet, dass Christsein für sie ein konkretes Gesicht bekommt: Umgang mit Versagen und Schuld; Prioritäten und Werte im Leben; die Rolle von Gebet und christlicher Gemeinschaft; die Freiheit, sich nicht nur über Leistung zu definieren, usw. Für viele Studierende begann das Interesse am christlichen Glauben damit, dass sie einen Christen in ihrem Umfeld kennenlernten.
Was ist wichtig, um mit dem eigenen Leben auch das Evangelium zu teilen?
§ Christsein in den Studienalltag integrieren. Wenn der Glaube im Alltag keine Relevanz hat, wird für andere nichts davon sichtbar werden.
§ Berührungsflächen mit Nichtchristen haben. Wenn wir uns nur unter Christen aufhalten, dann nehmen wir unseren Mitmenschen die Chance, gelebten Glauben zu sehen.
§ Eindeutigkeit durch Worte. Unser Verhalten bleibt mehrdeutig solange nicht auch erklärende Worte dazukommen, die auf Jesus und seine Bedeutung hinweisen.
Die Botschaft einer Gemeinschaft
Das Leben und so das Evangelium teilen – das kann man auch als christliche Gemeinschaft. Jesus hat gesagt, dass seine Jünger an ihrer Liebe und ihrer Einheit untereinander von der Welt erkannt werden (Johannes 13,35; 17,21). Das wird nur geschehen, wenn nach außen sichtbar wird, wie Christen miteinander umgehen und Gemeinschaft leben. Auch hier bietet der Unikontext viele Gelegenheiten, um z.B. als christliche Studentengruppe mit Kommilitonen das Leben zu teilen: Ausflüge, Geburtstagsfeiern, Kochen am Sonntag, usw. Dazu gehört auch, Gruppenabende und Hauskreise so zu gestalten, dass Gäste willkommen sind. Die Anziehungskraft von Gemeinschaft ist groß an der Uni, denn viele Studierende sind einsam und sehnen sich nach mehr Beziehung.
Verschiedene Anknüpfungspunkte für das Evangelium
Hier gibt es keine Patentrezepte. Jedes Studienfach ist anders. Jede Uni ist anders. Und doch: Wenn man hinschaut und hinhört, entdeckt man Personengruppen, Themen, und Orte, an die man anknüpfen kann. Einige Beispiele:
_Internationale Studierende.
Über 10% der Studierenden in Deutschland kommen aus dem Ausland. Viele wollen Kontakt zu Deutschen. Viele sind daran interessiert, etwas über den christlichen Glauben zu erfahren. Persönliche Freundschaften, kulturelle Abende, Bibelkreise, Sprachkurse, Vermittlung an christliche Gastfamilien sowie Freizeiten sind Wege, um internationalen Studierenden zu helfen und sie mit dem Glauben bekannt zu machen.
_Hörsaalvorträge zu relevanten Themen.
Filme wie Der König von Narnia oder Sakrileg haben sich in der Vergangenheit als lohnende Anknüpfungspunkte für Vorträge erwiesen. Wer lässt sich schon zu einem Vortrag zur geschichtlichen Glaubwürdigkeit der Evangelien einladen? Zu Sakrileg schon. In jüngerer Zeit füllten Vorträge zu Dawkins Buch Der Gotteswahn und dem damit zusammenhängenden neuen Atheismus die Hörsäle. Auch Themen, die sich mit der Zuordnung von Naturwissenschaft und Glauben auseinandersetzen, scheinen immer wieder aktuell zu sein.
_Bibelkreise.
Ist die Bibel selber ein Anknüpfungspunkt? Ja. Als Teil unserer Kultur, die man kennen muss. Als Schlüssel zu vielen Bildern und Begriffen in der europäischen Literatur (für Sprachstudierende sehr relevant!). Als Möglichkeit, sich mit den Urtexten des Glaubens zu beschäftigen und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden.
Die Massen von Studierenden sollte man nicht erwarten. Aber es lohnt sich, einzelne Bekannte anzusprechen und sie einzuladen, die Bibel kennenzulernen. Im letzten Sommersemester war eine Studentin ganz erstaunt als eine Freundin spontan ihrer Einladung zum Bibelgespräch folgte. Sie haben sich dann wöchentlich getroffen, um miteinander den Römerbrief zu lesen.
Beispiele von missionarischen Möglichkeiten an der Uni gäbe es noch viele – von Zeitmanagementseminaren, über Wohnheimaktionen zu Gesprächscafés. Studierende haben in Deutschland eine enorme Freiheit, um als Christen an den Hochschulen präsent zu sein und den Glauben öffentlich zu thematisieren. Diese missionarische Chance kann nur genutzt werden wenn Christen sich zusammentun. Gemeinsam können sie dann überlegen, wo an ihrer Hochschule Anknüpfungspunkte für das Evangelium sind und wie sie diese nutzen wollen.
Frust und Ermutigung
Missionarisch an der Uni – Möglichkeiten gibt es viele. Die Resonanz ist sehr unterschiedlich. Viele bleiben gleichgültig. Viele sind zu beschäftigt, um sich tieferen Fragen zu stellen. Viele stempeln - ohne genauer hinzusehen - den christlichen Glauben als intolerant ab. Mission an der Uni wird auch Fragen und Enttäuschungen mit sich bringen: Es ist möglich, das Leben zu teilen, aber das führt nicht immer zu Interesse am Glauben. Es lassen sich Leute zu Veranstaltungen einladen, aber manchmal kommt auch keiner. Es kommen Studierende zum Glauben, aber es sind nur einzelne.
Gleichzeitig gilt: Auch der Heilige Geist ist an der Uni missionarisch tätig. Gott hat ein Anliegen für die Studierenden und will, dass sie ihn kennenlernen. Er kann Herzen anrühren und verändern. Er kann es wirklich! Ich wünsche uns zu glauben, dass kein Mensch (auch kein Studi) so weit von Gott entfernt ist, dass er ihn nicht erreichen könnte.
Missionarisch an der Uni – diese Mission beginnt und endet nicht mit Menschen, sondern ist zunächst Gottes großes Anliegen und sein Werk. Deshalb wird dieses Projekt nicht scheitern, sondern vielfache Frucht bringen. Da hinein nimmt Gott immer wieder neu christliche Studierende, damit sie mit dazu beitragen, dass andere Studierende zu Jesus finden. Und so wird das Studium viel mehr als das Lernen auf einen Abschluss. Von Gott her wird das Studium zur Berufung mit tiefem Sinn und Wert.

Sabine Kalthoff, Leiterin der Hochschul-SMD, Marburg

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Literaturtipps:
_Lindsay Brown, Wie Sterne in der Nacht. Inspirierende Geschichten von Gottes Wirken an Hochschulen weltweit. Francke-Verlag. 234 Seiten. 6,95 Euro. Ein Buch, das eindrücklich aufzeigt, wie Gott Studierende gebraucht, um sein Reich zu bauen.
_Matthias Clausen, Neu an der Uni. Edition SMD. 51 Seiten. 2 Euro. Ein anregendes Heft für Studis, die ihren Glauben im Alltag leben wollen. Zu beziehen bei www.hochschul.smd.org - Publikationen.

 

Zuletzt geändert am: Freitag, den 30. April 2010 um 15:57 Uhr
Administrator

Administrator

Website: www.superheld.de E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Verwandte Videos

Bild Galerie

Neuer Kommentar